Der Handelskrieg China-USA stand im Mittelpunkt der vergangenen Woche (KW41)

In der vergangenen Woche kamen zur Wochenmitte positive Meldungen aus zwei der großen globalen Problemfeldern des laufenden Jahres und damit kam Dynamik in die Märkte.

Einerseits wurde im Handelskonflikt zwischen China und den USA eine Teileinigung erzielt und die für den 15. Oktober geplanten Zölle seitens der USA vorerst ausgesetzt. Vor allem Donald Trump zeigte sich – obwohl die Einigung nur Teile umschließt und er zuletzt ein Gesamtabkommen gefordert hatte – sehr euphorisch über den Erfolg und sein Treffen mit dem chinesischen Vizepremier. Über die Tiefe dieser Einigung kommen in der Zwischenzeit aber leichte Zweifel auf, da China bisher eher zurückhaltend agiert und weitere Gespräche vor Unterzeichnung der sogenannten „Phase 1“-Vereinbarung für notwendig erachtet.

Andererseits kamen aus Großbritannien positive Nachrichten, da der irische Premier Varadkar gemeinsam mit Großbritanniens Boris Johnson eine Erklärung abgab nach der ein „gemeinsamer Pfad“ zum Brexit möglich erscheint. Der euphorischen Stimmung darauf zum Trotz stellt sich noch die Frage ob dieser „Pfad“ nicht noch einige Stolpersteine bietet und ob die EU auch bereit ist diesen bis zum Monatsende zu beschreiten. Hier wird der Europäische Rat bei seinem Treffen Ende dieser Woche wohl zur Klärung beitragen. Auf den Finanzmärkten wurde die Hoffnung positiv bewertet und sowohl das britische Pfund als auch die Aktien- und Rentenmärkte konnten Gewinne verbuchen.

Die Türkei marschierte nach dem Abzug der US-Truppen in Nordsyrien ein und provozierte damit heftige Vorwürfe seitens der EU und Sanktionsdrohungen aus den USA. Die türkischen Finanzassets wie die türkische Lira, die Aktienindices aber auch die Anleihen mussten daraufhin Verluste hinnehmen.
Der Vorsitzende der US-Fed, Powell, stellte eine weitere Zinssenkung bei der Sitzung am 30. Oktober in Aussicht, die derzeit auch von etwa zwei Drittel der Marktteilnehmer erwartet wird.

Von Seiten der Wirtschaftsdaten wurden aus verschiedensten europäischen Ländern negative Industrieproduktionszahlen vermeldet. Die Arbeitslosigkeit in den USA erreichte mit 3,5% ihren tiefsten Stand seit 50 Jahren.

Getrieben durch die positiven Nachrichten von der Brexit-Front und zum Handelskonflikt konnten alle Aktienindices teilweise stark zulegen während Anleihen Gewinne abgeben mussten und die Renditen wieder anstiegen. Der Euro konnte gegen die meisten anderen Währungen  zulegen.