Erstmals über 200.000 Neuinfektionen weltweit

Am 4. Juli vermeldete die WHO zum ersten Mal weltweite Neuinfektionen innerhalb eines Tages von über 200.000. Der Hotspot liegt nach wie vor in Amerika. Sowohl die USA als auch Lateinamerika sind weiterhin mit hohen Infektionszahlen konfrontiert. Anthony Fauci, ein führender US-Immunologe warnte davor, dass wenn man den rasanten Anstieg der Infektionen, vor allem in den südlichen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle bekommt, man mit über 100.000 Neuinfektionen pro Tag in den USA rechnen muss. Auch in Europa gehen die Zahlen nicht zurück. Zu vermehrten Menschenansammlungen kam es in Großbritannien. Nur wenige Tage nachdem die Briten aufgrund der heißen Temperaturen in Scharen ihre Strände aufsuchten kam es zu ähnlich großen Versammlungen aufgrund der Wiedereröffnung der traditionellen britischen Pubs. Ob und wie sich die Lockerungen auf das vom Virus am härtesten getroffene europäische Land auswirken, werden erst die nächsten Tage und Wochen zeigen. Mittlerweile wurde der vom US-Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen Gilead Sciences vertriebene Arzneistoff Remdesivir, welcher den Krankheitsverlauf mildern und die Krankheitsphase um etwa vier Tage verkürzen soll, von der EU zugelassen. Da es noch keine Langzeitstudien mit dem Mittel gibt, ist der Einsatz aber nicht unumstritten.

In Hongkong ist nun seit 1. Juli das neue Sicherheitsgesetz in Kraft. Offiziell richtet sich das Gesetz gegen subversive, separatistische und terroristische Aktivitäten. Was aber unter solchen Aktivitäten zu verstehen ist, beschließt allein die chinesische Regierung. So kann Peking nun gegen Demonstranten vorgehen und diese sogar einsperren, was viele als starke Einschränkung in die Rechte der in Hongkong lebenden Bürger sehen. Weiters sehen viele Betroffene den Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“ als nicht mehr intakt und äußern heftige Kritik an der Vorgehensweise der Volksrepublik China.

In Frankreich ist die Regierung wenig überraschend geschlossen zurückgetreten. Nach dem schlechten Abschneiden des Lagers von Präsident Emmanuel Macron bei den Kommunalwahlen will dieser nun seine Politik unter anderem mit dem Slogan „Ökologischer Wiederaufbau“ neu ausrichten. Währenddessen versuchen die französischen Banken eine Erlaubnis von der EZB zu bekommen, um ab dem 4. Quartal 2020 wieder Dividenden auszuschütten. Zwischen der EU und Großbritannien herrscht zwar noch immer Uneinigkeit in Bezug auf die Post-Brexit-Verhandlungen, trotzdem konnte man ein wenig Optimismus bezüglich eines verkleinerten und „weicheren“ Abkommens verspüren. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte jedoch, dass man sich intensiv auf einen „No-Deal“ Brexit vorbereiten werde.

Der Goldpreis konnte bis knapp an 1.800,-- USD steigen. Am Renditenmarkt gab es wenig Bewegung. Positiv hervorzuheben sind jedoch die US IG Titel, welche eine starke Woche vorweisen konnten. Auf der Währungsseite ist vor allem der russische Rubel hervorzuheben. Dieser musste aufgrund des Referendums über die Verfassungsänderung, welche es dem russischen Präsidenten Wladimir Putin theoretisch möglich macht, bis 2036 an der Macht zu bleiben, um 3.1% abwerten.