Spanien und Italien im MIttelpunkt der letzten Woche (KW38)

Während sich in Spanien Neuwahlen abzeichnen, da die Regierungsbildung gescheitert ist, lieferte auch Italien erneut Schlagzeilen rund um Politik: Matteo Renzi, der von 2013 bis 2018 Vorsitzender der „Partito Democratico“ (Demokratische Partei) sowie von Februar 2014 bis Dezember 2016 Premier war, möchte eine neue politische Bewegung gründen. Dies könnte abermals zu politischer Unsicherheit führen, wo sich zuletzt etwas Entspannung abzeichnete:

Die Demokratische Partei und die 5-Sterne-Bewegung einigten sich auf ein Weiterführen der Regierung. Salvini’s Plan, Neuwahlen zu erzwingen, ist somit gescheitert, wo er vor Kurzem das Regierungsabkommen mit der 5-Sterne-Bewegung auflöste. Mit ausreichend Zuspruch würde Renzi somit eine „Kingmaker“ Rolle einnehmen können.

Ein Angriff auf eine Produktionsstätte der Firma „Saudi Aramco“ führte zu einem Kurssprung beim Ölpreis. In den Folgetagen konnte sich der Preis jedoch wieder etwas einpendeln, liegt dennoch rund 7% oberhalb des Niveaus der Vorwoche. Dies führte zwischenzeitlich zu einer Schwäche an den Aktienmärkten. Wann die Produktion wieder auf einem normalen Niveau fortgesetzt werden kann, kann bisher von „Saudi Aramco“ nicht datiert werden. Saudi Arabien und die Vereinigten Staaten sind sich jedoch einig, dass der Iran hinter dem Angriff steht. Dies trug ebenfalls nicht zur Entspannung in der Region bei.

Die Fed lieferte die erwartete Zinssenkung in der Höhe von 25 Basispunkten (0,25%). Somit liegt der Referenzzins nun zwischen 2,0% und 1,75%. Für Aufregung sorgte auch Stress am „US Funding Market“. Als die Liquidität auszutrocknen schien, schoss der Geldmarktsatz (Overnight Repurchase Rate) in die Höhe. Mit 10% lag der Zins rund viermal so hoch als in der Woche davor. Dies hatte zur Folge, dass die Fed aktiv wurde. Die Zentralbank pumpte ca. 75 Milliarden US-Dollar in den Geldmarkt. Somit stieg auch die Fed-Bilanz erstmals seit 2015 an.

In Summe dominierte das Risk-Off-Sentiment. Dies hatte zur Folge, dass sich die Renditen mehrheitlich einengten. Aufgrund der Zinsentscheidung der US-Fed waren hierbei die Vereinigten Staaten Outperformer. Dies schlug sich auch auf in US-Dollar denominierte Unternehmensanleihen durch: Während sich die Risikoprämien mehrheitlich stabil entwickelten, fiel der Total Return aufgrund der Renditebewegung positiv aus. High-Beta-Segmente (e.g. Nachranganleihen) performten negativ, da sich die Risikoprämien ausweiteten.