Zahl der weltweit Infizierten steigt weiter an (KW 25/2020)

Am 13. Juni vermeldete die WHO (World Health Organization) weltweit 142.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Seit Ausbruch des Virus im Dezember 2019 wurden noch nie so viele Neuinfizierte pro Tag gezählt. Die derzeitige Situation in den verschiedenen Regionen könnte jedoch unterschiedlicher nicht sein. Während in Europa die Zahl der Infizierten weiterhin rückläufig ist und daher die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zunehmend gelockert werden, kämpfen sowohl Süd- als auch Nordamerika weiterhin mit einem enormen Anstieg an Neuinfektionen. In den USA wird befürchtet, dass einige Bundesstaaten nun ein ähnliches Schicksal erleiden werden wie New York, wo die Kapazitäten an Intensivbetten voll ausgeschöpft sind. Auch Brasilien vermeldet immer wieder erschreckende Zahlen. So wurden dort schon mehr als 800.000 Menschen infiziert. Da in Brasilien auf das Coronavirus im Vergleich zu europäischen Staaten relativ selten getestet wird, liegt die Dunkelziffer an Infizierten vermutlich weitaus höher. Weltweit wurde bei rund 7,8 Mio. Menschen das Virus nachgewiesen, 431.541 sind davon gestorben. (Stand: 15.06., 10:00 CEST).

Der Tod des 46-jährigen Afroamerikaners George Floyd löste auf der ganzen Welt Demonstrationen aus, wo es stellenweise auch zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstrant*innen kam. Die Demonstrationen zielen vor allem auf die Schaffung von Chancengleichheit und dem Ende der Polizeigewalt (vor allem in den Vereinigten Staaten) ab. Großteils ist es ein friedliches Zusammenkommen verärgerter Bürger, wo es in manchen Fällen zu heftigen Ausschreitungen kam. Im Zuge dessen forderte der US-Präsident Trump die Nationalgarde an. Dies sorgte sowohl innerhalb der Vereinigten Staaten, aber auch rund um den Globus, für Kopfschütteln. Nun machen sich auch die Sorgen breit, dass die Demonstrationswelle die Covid-19-Ansteckungszahlen verstärkt in die Höhe treiben könnte.

Nach dem Kursanstieg des Öls aufgrund der Meldung, dass die OPEC Staaten die Förderreduktion von 10 Mio. Barrel pro Tag bis Juli verlängert, gaben die Preise nur wenige Tage später wieder stark nach. Ein Barrel WTI Öl steht derzeit bei 37,06 USD und ein Barrel Brent Öl bei 39,8 USD (Stand: 16.6., 9:45). Die OECD hat währenddessen ihren Wirtschaftsausblick für 2020 veröffentlicht. Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation wurde zum ersten Mal mit zwei Szenarien gerechnet. Das eine Szenario geht von keiner zweiten Welle aus, wobei das andere einen nochmaligen Ausbruch des Virus berücksichtigt. Ohne zweiter Welle geht die OECD von einem weltweiten Wirtschaftsrückgang von 6% aus. Mit einem nochmaligen Ausbruch des Virus und einem damit verbundenen zweiten Lockdown beträgt das Schrumpfen der Wirtschaft sogar 7,2% für das Jahr 2020.

Nach einer kurzen Erholungsphase musste der Aktienmarkt vergangen Woche wieder stärkere Verluste hinnehmen. Während der S&P 500 noch am Anfang der Woche das Niveau vom Jahresbeginn erreichte, rutschte er am Ende der Woche um 5,87% ab. Auch der EuroStoxx 50 verlor 6,3%. Der chinesische Shenzhen 300 wies mit -0,29% die beste Performance der Woche auf. Am Rentenmarkt konnten sich die Staatsanleihen, und dabei vor allem die US-Treasuries, gut performen. Die Emerging-Market-Titel performten eher schwach.