Brasilien vermeldet über 21.000 Corona-Todesopfer, Merkel und Macron über 500 Mrd. Euro Hilfspaket einig - KW 22/2020

Weltweit wurde das Coronavirus schon bei mehr als 5,2 Mio. Menschen diagnostiziert. Während in Europa immer mehr Staaten Grenzöffnungspläne vorlegen, ist in den USA genau das Gegenteil der Fall. Nicht-US Bürgern ist es nun untersagt von Brasilien in die USA einzureisen. Neben den USA und Russland hat nun nämlich auch Brasilien mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen. Mit den ansteigenden Infektionen steigt aber auch der Unmut über den dortigen Präsidenten Jair Bolsonaro, der wie viele Nachrichtenagenturen berichten, das Virus auf die leichte Schulter nimmt. Das Virus wurde in Brasilien schon bei über 330.000 Menschen nachgewiesen, 21.000 sind davon gestorben. Da aber nur sehr selten getestet wird, wird vermutet, dass die Dunkelziffer der Toten sogar um das Siebenfache höher ist. Aufgrund der geringen Tests wird dort oftmals auch bei Menschen, die an Covid-19 gestorben sind „lediglich“ Lungenversagen als Todesursache angegeben, sie fallen daher nicht in die Covid-19 Statistik.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich für ein 500 Mrd. Euro Hilfspaket ausgesprochen. Es soll den durch die Krise besonders hart getroffenen Ländern zum Wiederaufbau ihrer Wirtschaft dienen. Österreich, Schweden, die Niederlande und Dänemark haben schon verlautbaren lassen, dass sie dem Vorschlag nicht zustimmen und arbeiten an einem Alternativkonzept, dabei soll auf eine Vergemeinschaftung der Schulden verzichtet werden. Auch Großbritannien ist stark von der Coronakrise betroffen. Um die dortigen Unternehmen zu stützen, werden Hilfsprogramme geschnürt. So werden die Gehälter der Angestellten, welche aufgrund der Coronakrise von ihrem Arbeitgeber freigestellt wurden, zu einem Anteil von 80% vom Staat weitergezahlt. Dieses Programm läuft offiziell noch bis Ende Juni, wobei auch schon bekannt wurde, dass es, wenn auch mit einigen Veränderungen, bis Oktober verlängert wird. Darüber hinaus wurden zusätzliche Steuersenkungen angekündigt.

Aufgrund eines kritischen Berichts von STAT News, einer Nachrichtenwebsite spezialisiert auf den Gesundheitssektor, rund um den hoffnungsvoll scheinenden Impfstoff des US-Biotechnologieunternehmen Moderna, wurde es in dieser Angelegenheit wieder ruhig und es heißt weiter warten, bis ein wirksamer Impfstoff gefunden wurde. Mittlerweile wurde auch schon bekannt, dass sich der Staat Deutschland an der Fluggesellschaft Lufthansa beteiligen wird. Dabei soll das Unternehmen ein 9 Mrd. Euro Hilfspaket bekommen. Wie hoch genau die prozentuelle Beteiligung des Staates sein wird, ist noch nicht bekannt.

Am Rentenmarkt mussten die US-Treasuries leichte Verluste hinnehmen. Der Euro-Rentenmarkt sowie auch die Emerging Markets konnten Gewinne verbuchen. Sowohl der amerikanische als auch der europäische Aktienmarkt blieben etwa auf dem Niveau der Vorwoche: Der S&P 500 gewann 0,1% und der EuroStoxx50 verlor 0,11%. Der chinesische Shenzhen300 musste jedoch ein Minus von 2,48% hinnehmen.