Weiter steigende Infektionszahlen, positive Stimmung vor EU-Sondergipfel bzgl. Wiederaufbaufonds (KW 29/2020)

Während vor einer Woche noch 200.000 Neuinfektionen pro Tag als selten galten, wurden vergangene Woche vermehrt solch hohe Zahlen von der WHO vermeldet. Die USA gilt hier weiter als Spitzenreiter und verzeichnete mit 66.281 ebenfalls einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen pro Tag. (Stand: 12.07., 10:00 CEST). Vor allem die südlichen Bundesstaaten hat das Virus stark getroffen. Aus Brasilien wurde vermeldet, dass der Staatschef Jair Bolsonaro, welcher Corona schon des Öfteren als „leichte Grippe“ bezeichnet hat, nun selbst mit dem Virus infiziert ist. Hinter den USA und Brasilien liegt Indien auf Platz drei, der vom Virus am stärksten getroffenen Länder und weist ebenfalls steigende Neuinfektionszahlen auf.  In Europa werden nun vermehrt von westlichen Staaten Reisewarnungen für den Großteil der Balkanländer ausgerufen. Dort kommt es derzeit ebenso zu steigenden Infektionszahlen. In Serbien wurden Demonstrationen gegen die neuerlichen Coronamaßnahmen als auch gegen den autoritären Führungsstil des Präsidenten Aleksandar Vucic abgehalten.

Nach der noch im Juni getätigten Aussage des US-Präsidenten Donald Trump, dass der Handelsdeal mit China noch völlig intakt sei, ruderte er nun zurück. So kann er sich in der derzeitigen Situation aufgrund der angeknacksten Beziehungen zwischen den beiden Großmächten keinen Phase-2-Deal mit China vorstellen.
In dieser Woche findet ein EU-Sondergipfel statt, bei dem unter anderem über den 750-Mrd. großen Wiederaufbaufonds verhandelt wird. Von Seiten der „Sparsamen 4“ (Österreich, Dänemark, Niederlade und Schweden) wurde ein neuer Vorschlag der Beitragsrabatte inkludiert positiv kommentiert. So könnte es durchaus sein, dass es dieses Mal zu einer Einigung zwischen den Mitgliedsstaaten kommt.

Der Markt hat eine eher ruhige Woche hinter sich. Betrachtet man die Aktienindizes, so ist zu sehen, dass am Donnerstag eine Kurskorrektur stattgefunden hat. Aus wöchentlicher Sicht konnte der S&P 500 trotzdem 0,20% zulegen. Der EuroStoxx 50 verlor 1,43%. Positiv hervorzuheben sind die Emerging Markets, welche am Aktienmarkt eine starke Woche hinlegen konnten. Der chinesische Index Shenzhen 300 konnte sich nach einem starken Montag sogar um 2,01% steigern. Während es am Euro-Rentenmarkt wenig zu vermelden gab, konnten die amerikanischen Papiere Gewinne verbuchen. Die Emerging Markets Titel hatten am Rentenmarkt eine schwächere Performance.